Krise da, Kraft weg!

Mit der Kampagne "Krise da, Kraft weg!" möchten wir auf die psychischen Belastungen in der Corona-Pandemie aufmerksam machen. Nach fast einem Jahr Ausnahmezustand sind bei vielen Menschen die Kraftreserven fast vollständig aufgebraucht. Als Klinikgruppe für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sehen wir die große Gefahr eines „Corona-Burnout“! Uns ist es wichtig, in dieser Situation Hilfe anzubieten – in Form verschiedener Möglichkeiten der stationären Behandlung. Damit Sie wieder Kraft tanken und Ihre Widerstandfähigkeit stärken können!

Kern der Kampagne ist die Ansprache von Menschen in besonders betroffenen Berufsgruppen: Da ist die Lehrerin, die sagt: „Ich liebe es zu unterrichten, doch ich fühle mich ausgebrannt.“ Da ist die Pflegekraft die sagt: „Ich liebe es Menschen zu helfen, doch mir geht es selbst nicht mehr gut.“ Und da ist der Wirt, der sagt: „Ich liebe es meine Gäste zu bewirten, doch meine Durststrecke will nicht enden.“ Dies sind nur drei Beispiele, mit denen die Klinikgruppe auf die Ängste, Überforderungen, Nervosität der Menschen, aber auch auf die familiären Probleme, die durch die Corona-Krise entstehen können, aufmerksam macht.

Corona-Burnout - Was heißt das?

In den letzten zehn Jahren sind die seelischen und sozialen Folgen psychosozialer Belastungen weltweit sichtbar geworden. In Deutschland entwickeln etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung innerhalb eines Jahres eine psychische Störung. Bis zu 20 Prozent aller Krankheitstage gehen auf psychische Erkrankungen zurück und etwa 50 Prozent aller vorzeitigen Berentungen entstammen einer psychischen Diagnosegruppe.

Eine Entwicklung, die letzten Endes in eine psychische Störung münden kann, ist der sogenannte „Burnout-Prozess“. Burnout zeigt sich in zunehmender emotionaler Erschöpfung, einer Entfremdung gegenüber sich selbst und anderen Menschen und einer Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung, trotz übermäßiger Anstrengung und Anspannung. Burnout ist eigentlich eine Entwicklung, die auf eine langandauernde und überforderte Stressverarbeitung zurückzuführen ist. Nach einer Phase der Überaktivität, mit den Versuchen, sich selbst etwas zu beweisen oder die Erwartungen anderer zu erfüllen, reduziert sich zunehmend das Engagement. Die Einstellungen zur Arbeit, den anderen Menschen und zu sich selbst werden negativ und die eigene Leistungsfähigkeit baut ab. Nach einer Phase von Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kompensationsversuchen durch übermäßiges Essen, Alkohol, Sexualität oder soziale Medien geschieht schließlich ein seelischer Einbruch, meist in Form einer depressiven Erkrankung, aber auch als Angststörung, Suchtentwicklung oder psychosomatische Erkrankung. Hintergrund ist immer eine dauerhafte Anspannung, eine chronische Stresssituation: Ein Ungleichgewicht zwischen den äußeren Anforderungen auf der einen und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten auf der anderen Seite, ein Ungleichgewicht zwischen persönlichem Einsatz und der dafür erhaltenen Anerkennung oder ein Spannungsfeld zwischen eigenen Werten und denen, unter denen man leben und arbeiten muss. Gerade diese Ungleichgewichte und Spannungsfelder prägen unser Leben unter Corona-Bedingungen in noch stärkerem Ausmaß.

Ein grundlegendes Gefühl während der Covid-19-Pandemie ist die Angst. Weltweit haben Menschen Angst davor, sich zu infizieren, andere anzustecken, schwer zu erkranken und möglicherweise sogar zu sterben. Wir haben darüber hinaus Angst, dass Menschen, die uns nahestehen, schwer erkranken und leiden oder gar sterben könnten und wir sie verlieren. Angst ruft in der Regel instinktive Abwehr hervor. Abwehr kann bedeuten, sich zu schützen, z. B. durch Hygiene oder Abstand. Sie kann bedeuten, gegen das Virus zu kämpfen, z. B. durch Medikamente, oder auch starr zu werden und zu hoffen, dass die Bedrohung vorübergeht. Angst ist eigentlich ein Signalgefühl, das uns sagt: „Pass auf!“ Aber wenn die Bedrohung so diffus ist, dass wir sie kaum erkennen können – weil das Virus so klein und seine Verbreitung so schwer zu verhindern ist – besteht die Gefahr, dass die Angst sich immer weiter steigert. Diffuse Angst ist sehr viel schwerer handhabbar als die konkrete Angst vor einer klar definierten und sichtbaren Bedrohung. Und so schleicht sich die Angst in unser Unbewusstes und berührt unsere Themen und all das Unverarbeitete unserer Vergangenheit, das mit Ängsten verbunden ist. Sie triggert bedrohliche oder traumatische Erlebnisse und lässt uns die Realität in anderem Licht erfahren. Angst aktiviert uns zunächst, aber, wenn wir nicht in der Lage sind, ihr ins Auge zu sehen und sie auf ein realistisches Maß zu begrenzen, wird sie zum unterschwelligen oder ganz offensichtlichen Stress. Sie engt uns ein, engt unseren Fokus auf immer das gleiche Thema, wie eine Spirale, die durch immer mehr Bedrohungsszenarien oder angsterfüllte Informationen unsere Kapazitäten und unsere Bewältigungsfähigkeiten überfordert.

Gleichzeitig müssen wir weltweit mit den medizinischen Folgen und den ergriffenen Maßnahmen umgehen. Individuell bedeutet dies eine zu den üblichen Anforderungen des gesellschaftlichen Alltags neue und zusätzliche Belastungsdimension. Jede*r Einzelne muss im Alltag eine Vielzahl von Regeln einhalten, die er*sie teilweise sinnvoll findet, teilweise ablehnt, die er*sie teilweise versteht und teilweise nicht versteht und die sich auch binnen weniger Wochen oder gar Tage wieder verändern können. Hier ist eine hohe Aufmerksamkeit gefordert, insbesondere in zwischenmenschlichen Situationen. Die ständige Anspannung läuft glücklicherweise meist nur halbbewusst ab, wird aber immer wieder aktiviert, wenn andere Menschen mir möglicherweise zu nahekommen oder wenn die Organe der Staatsgewalt sichtbar auftreten, mit Bußgeldern drohen oder zur Meldung von Regelverstößen auffordern. Dadurch kann ein Klima gesellschaftlichen Misstrauens entstehen.

Vor allem Menschen in komplexen Lebens- oder Arbeitssituationen sind hiervon stark betroffen. Ganz besonders sind das natürlich diejenigen in Gesundheitsberufen, die alltäglich in Kontakt mit infizierten Personen kommen können und bei denen dann natürlich alle latenten Angst-Abwehrmechanismen und alle Aufmerksamkeits-Anspannungs-Dynamiken wiederholt oder gar ständig aktiviert werden. Aber auch andere Berufsgruppen, die mit komplexen größeren sozialen Situationen zu tun haben, wie Kindergärtner*innen, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Hotels, Restaurants und bei der Organisation von Veranstaltungen jeglicher Art sind jetzt eben nicht nur fachlich und kognitiv, sondern auch und vielleicht noch viel bedeutsamer emotional herausgefordert. Und gerade hier gibt es durch die beruflichen Situationen vielfältige Auslöser zur seelischen Dekompensation.

Wie lange können wir dies noch aushalten? Und in welcher Weise?

Burnout-Symptome zeigen sich oft nach etwa einem halben Jahr andauernden, mit Stress verbundenen inneren Ungleichgewichts und unzureichender oder mangelnder Gegenmaßnahmen. Da die Ängste und inneren Spannungszustände durch die Covid-19-Pandemie und die dagegen ergriffenen Maßnahmen nun schon seit einem Jahr anhalten, geraten wir zunehmend in die Gefahr der Entwicklungen von Corona bedingten Burnout-Prozessen. Mit „Corona-Burnout“ bezeichnen wir die persönlichen und seelischen Krisen, die durch Stress, Angst und individuelle Überforderung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entstehen. „Corona-Burnout“ kann letztlich unbeachtet und unbehandelt zu seelischen Erkrankungen, wie Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen, pathologischem Essverhalten und weiteren psychosomatischen Erkrankungen mit schwerwiegenden Folgen führen.

Deshalb schlagen wir „Corona-Burnout-Alarm“!

Dr. Joachim Galuska im der Main-Post zur aktuellen Lage

In einem Interview mit dem Chefredakteur der Main-Post, Michael Reinhard, weist der Gründer und Gesellschafter der Heiligenfeld Kliniken, Dr. Joachim Galuska, auf die psychischen Folgen der Coronakrise hin. Er sagt, dass wir auf ein „Corona-Burnout" zusteuern. Das komplette Interview und weitere Artikel finden Sie auf der Internetseite von Dr. Galuska.

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In einem weiteren Artikel der Main-Post vom 27.02.2021 spricht Dr. Joachim Galuska zu den aktuellen seelischen Belastungen.

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Wir lassen Sie nicht allein

Wir in den Heiligenfeld Kliniken betrachten die Geschehnisse und Entwicklungen der letzten Monate mit zunehmender Besorgnis. Uns ist es ein zentrales Anliegen, Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen, um dem drohenden „Corona-Burnout“ etwas entgegenzusetzen! Deshalb haben wir unser Therapieprogramm erweitert. Drei verschiedene Angebote berücksichtigen genau die Belastungen mit denen sich viele Menschen aktuell konfrontiert sehen:

  • Meine soziale Isolation in der Krisenzeit
  • Beziehung mit mir selbst, zu anderen, zur Gruppe
  • Meine Krisenkompetenz – meine Stabilisierungsfähigkeit – meine Ressourcen
  • Meine kreativen Fähigkeiten in der Krise
  • Umgang mit Bedrohungsgefühlen und anderen krisenbedingten Gefühlslagen
  • Die Sinnfrage im Spiegel der Krise
  • Ein am eigenen Sinn orientiertes aktives Leben zwischen Über- und Unterforderung

Ziele der Behandlung

  • Stabilisierung und Regeneration
  • Angstbewältigung
  • Erarbeitung funktionaler Lösungs- und Bewältigungsstrategien
  • Ressourcenstärkung
  • Förderung der Resilienz

Resilienz heißt so viel wie Widerstandsfähigkeit gegenüber Lebenskrisen, Krankheiten und generellen Belastungen. Sie ist nicht nur innere Stärke, sondern letztendlich die Fähigkeit, sich selbst zu führen und sein eigenes Leben gemäß den eigenen Fähigkeiten und Werten zu gestalten. Letztlich bietet die Corona-Krise auch eine Chance, sich unmittelbar und konstruktiv auf unsere Gesundheit, unsere Werte und Ideale, letztlich auf den Sinn in unserem Leben zu fokussieren.

Resilienz ist im Grunde eine psychosoziale Kompetenz, die auf der Fähigkeit basiert, sein eigenes Leben gestalten zu können. In Bezug auf Corona kann dies bedeuten, den Blick von der Angst, der Bedrohung, der Hilflosigkeit und Ohnmacht hinzulenken zur eigenen Hoffnung, zu Mut, zum Selbstvertrauen, zur eigenen Kraft, zu den eigenen Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die eigene Gesundheit: „Ich bin nicht nur ausgeliefert, sondern ich kann etwas tun!“

Umfassende stationäre Psychotherapie

Eine Krisensituation wie die gegenwärtige globale Corona-Pandemie ist bisher beispiellos. Neben der Verschlechterung bereits bestehender psychischer Erkrankungen können auch Menschen, die bisher keine Beschwerden hatten, an eine Grenze kommen. Zwar wird bestmöglich versucht, durch eine Anpassung der professionellen Unterstützungsangebote – Telefonsprechstunden oder Begleitung via Videotelefonie – Hilfesuchenden eine Plattform zu bieten, doch in manchen Fällen reichen diese Maßnahmen nicht aus.

Für Menschen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, braucht es trotz der gegenwärtigen Einschränkungen adäquate und wirksame Therapieangebote. In der aktuellen Krisensituation versagen psychische Anpassungs- und Kompensationsmechanismen, bisherige Bewältigungsstrategien werden ganz oder teilweise unwirksam.

In den Heiligenfeld Kliniken bieten wir Ihnen neben den unten beschriebenen Möglichkeiten zur kurzzeitigen psychosomatischen Therapie selbstverständlich auch eine längerfristige Behandlung. Eine bedarfsangepasste aufdeckende und strukturfördernde tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wird hierbei mit verhaltenstherapeutischen, systemischen und körperorientierten Verfahren kombiniert.

Kurzzeittherapie für Privatversicherte und Selbstzahler

In der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen sowie in der Heiligenfeld Klinik Berlin bieten wir Ihnen eine zwei- bis vierwöchige Kurzzeittherapie, die sich schwerpunktmäßig mit den Herausforderungen und Belastungen durch die Corona-Pandemie beschäftigt.

Rahmenbedingungen der Behandlung
• Dauer: zwei bis vier Wochen
• Intensive Einzel- und Gruppentherapie
• Therapieangebot: Montag bis Sonntag

Ziel ist das konstruktive Durchleben der Krisensituation. Mit dem Fokus auf den Teilbereichen „Soziales“, „Kompetenzen“ und „Sinnfindung“ sollen diejenigen Aspekte angesprochen werden, die wir aktuell als besonders relevant erachten – sowohl im Hinblick auf die Schwierigkeiten als auch hinsichtlich der Chancen, die sich möglicherweise durch die Krise ergeben.

Bei allen Fragen rund um das Aufnahmeverfahren beraten Sie unsere Teams im Aufnahmemanagement unter der Telefonnummer 0971 84-4444.

Sollten Sie ein Haustier (Hund oder Katze) besitzen, so können Sie dieses problemlos zur stationär-psychosomatischen Behandlung mitbringen. Tiergerecht eingerichtete Zimmer stehen Ihnen in beiden Kliniken zur Verfügung.

Krisengruppe für gesetzlich Versicherte aus Bayern

In der Fachklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen sowie in der Heiligenfeld Klinik Uffenheim haben Sie die Möglichkeit der Behandlung in unserer Krisengruppe. Aktuell können Personen aus ganz Bayern aufgenommen werden. Konzipiert für eine kurzfristige Aufnahme zur Stabilisierung und Regeneration bei einer maximalen Behandlungsdauer von 14 Tagen, legen wir auch hier den Fokus auf die spezielle Situation angesichts der Corona-Pandemie. Strukturierende und entlastende Therapieelemente finden genauso Anwendung wie eine behutsame Unterstützung in der Angstbewältigung, der emotionalen Stärkung und dem Aufbau wirksamer Stressbewältigungsmechanismen.

Die Heiligenfeld Klinik Waldmünchen ist spezialisiert auf die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Gerade durch die massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in den letzten Monaten ist von einer Zunahme häuslicher Belastungssituationen auszugehen. Hier bieten wir Hilfe und Unterstützung. Das Behandlungsprogramm richtet sich sowohl allgemein auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie als auch insbesondere auf die sozialen und innerfamiliären Belastungen.

Die Krise als Chance?

Letztlich bietet die Corona-Krise bei aller Herausforderung auch eine Chance, sich unmittelbar und konstruktiv auf unsere Gesundheit zu fokussieren. Als Gegenmittel gegen den Burnout-Prozess haben sich in den letzten Jahren Gesundheitskompetenz und Resilienz entwickelt.

Resilienz stärken!

Resilienz heißt so viel wie Widerstandsfähigkeit gegenüber Lebenskrisen, Krankheiten und generellen Belastungen. Sie ist nicht nur innere Stärke, sondern letztendlich die Fähigkeit, sich selbst zu führen und das eigene Leben gemäß den eigenen Fähigkeiten und Werten zu gestalten. Neben der individuellen persönlichen Resilienz kann man auch auf die Resilienz einer Organisation oder gar einer ganzen Gesellschaft, bis hin zur gesamten Menschheit schauen.

In Bezug auf die Covid-19-Pandemie bedeutet individuelle Resilienz natürlich zunächst einmal, die Widerstandsfähigkeit unseres Immunsystems gegenüber Viren zu stärken. Neben der jetzt selbstverständlichen Hygiene und Körperpflege kann dies bedeuten, sich gesund und ausreichend vitaminreich zu ernähren und vielleicht auch Vitaminkomplexe einzunehmen. Es bedeutet aber sicher auch, sich draußen in der Natur zu bewegen, genügend Sauerstoff aufzunehmen und die beruhigende Atmosphäre und Verbindung mit der Natur wahrzunehmen. Es bedeutet darüber hinaus, dafür zu sorgen, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, für ausreichend Schlaf zu sorgen, Erotik, Sexualität und Zärtlichkeit Raum zu geben, sich zu pflegen und schön zu machen, sich zu entspannen und vieles mehr.

Resilienz ist im Grunde eine psychosoziale Kompetenz, die auf der Fähigkeit basiert, sein eigenes Leben gestalten zu können. Es geht darum, wirksam auf unsere eigene Gesundheit und unsere Lebensführung Einfluss nehmen zu können. In Bezug auf Corona kann dies bedeuten, den Blick von der Angst, der Bedrohung, der Hilflosigkeit und Ohnmacht hinzulenken zur eigenen Hoffnung, zu Mut, zum Selbstvertrauen, zur eigenen Kraft, zu den eigenen Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die eigene Gesundheit: „Ich bin nicht nur ausgeliefert, sondern ich kann etwas tun!“ Es ist nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten, positive Erfahrungen von Lebensfreude, Lebenslust, Kreativität und Glück zu haben, auch um ein inneres Gleichgewicht immer wieder herzustellen gegenüber begründeten Ängsten und Unsicherheiten.

Genauso basiert unsere Resilienz auf unserer Fähigkeit, tragfähige und erfüllte Beziehungen zu entwickeln und zu pflegen. Während physischer Abstand in bestimmten Situationen sinnvoll ist, ist das „social distancing“ begrifflich gesehen katastrophal. Denn es kann gar nicht darum gehen, dass wir sozial miteinander in Distanz treten und damit andere Menschen für uns Fremde werden, Andersartige, Gefährliche. Es geht um Zusammenhalt und Integration und nicht um Distanz, auch im persönlichen Leben. Ein wesentlicher – vielleicht sogar der entscheidende Resilienzfaktor – ist „social support“, also mitmenschliche Unterstützung. Resilienz entsteht durch tragfähige, unterstützende, ehrliche und letztendlich liebevolle Beziehungen. Gelebte Liebe stärkt unser Immunsystem, trägt uns im Leben, in existenziellen Notsituationen, hilft uns Krisen zu überstehen, zu heilen und vielleicht sogar in Würde zu sterben. Dabei geht es sicher um mehr als um Kontakte und Austausch in sozialen Medien, sondern um die persönliche Begegnung von Menschen, die sich wertschätzen, achten und bereit sind, zu unterstützen. Unsere Familie und unsere Eltern brauchen Unterstützung, wir brauchen unsere Freunde, um uns gegenseitig zu balancieren und zu regulieren, aber auch, um miteinander glücklich zu sein und das Leben zu feiern. Wir sind herausgefordert zu sozialer Verantwortung, aber auch zu sozialer Reife und dem Respekt gegenüber Menschen, die eine andere Meinung haben.

Die vielleicht interessanteste Grundlage der Resilienz ist geistige Kompetenz. Dies bedeutet sowohl die Fähigkeit zur geistigen Klarheit als auch dazu, ein sinnvolles Leben führen zu können. Geistige Kompetenz muss entwickelt und geübt werden. Sie besteht nicht nur in der kognitiven Kompetenz logischen und rationalen Denkens, sondern bedeutet auch, im Sinne der Achtsamkeit oder der inneren Beobachtungsfähigkeit Informationen filtern zu können, sich von vorgefertigten Meinungen und Ideologien lösen zu können, andere Perspektiven und Blickwinkel einnehmen zu können und damit auch Komplexität zulassen zu können. Geistige Kompetenz heißt also, sich gerade in den gegenwärtigen Bedingungen nicht polarisieren zu lassen und selbst auch nicht zu polarisieren in Befürworter oder Gegner, Machteliten oder Verschwörungstheoretiker, Angstmacher oder Verharmloser usw.

Und durch Todesbedrohung und Bewegungseinschränkungen entsteht natürlich auch die Herausforderung, inne zu halten und sich den Grundfragen des Lebens zu stellen:

Führe ich ein sinnvolles Leben?

Stehe ich hinter dem, was ich tue?

Was sind meine tiefsten inneren Werte?

Was kann ich tun, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben und sie in meinem Leben zu verwirklichen?

Habe ich einen spirituellen Bezug zu etwas Größerem, das mich überschreitet und mich trägt?

Wäre dies eine Zeit um Meditation, Achtsamkeit oder Stille zu lernen?

Sinn zu empfinden und im Leben auszudrücken, hat ein enormes gesundheitsförderliches Potenzial. Es bedeutet, für etwas tätig zu sein, das größer ist als ich und über mich hinausgeht, wie beispielsweise in religiöser, ökologischer, politischer Betätigung, oder für die eigene Familie oder die Nachbarschaft da zu sein.

Und angesichts der Endlichkeit und Sterblichkeit des Lebens, auf das wir als Menschen in dieser Zeit aufmerksam gemacht werden, geht es sicher um mehr als um Corona-Resilienz: Es bedeutet, Sterben als Teil des Lebens betrachten zu können und neben dem sicher notwendigen Kampf gegen vorzeitigen oder unnötigen Tod dem Sterben seine Würde zu geben und es in Mitmenschlichkeit und mit liebendem Herzen zu begleiten. Es bedeutet aber darüber hinaus auch, die Würde des Lebens zu vergegenwärtigen, für das Geschenk dieses Lebens dankbar zu sein und es zu lieben oder lieben zu lernen, wo es uns noch nicht gelingt.

Kommentar von Dr. Joachim Galuska zur aktuellen Lage - Februar 2021

Inzwischen haben auch die Krankenkassen Zahlen vorgelegt, nachdem insgesamt 2020 die Krankschreibungen zwar etwas zurückgegangen sind (vorwiegend durch weniger „Grippe“- Fälle), aber die Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen (vorwiegend Depressionen) deutlich zugenommen haben. Das ist auch nicht verwunderlich, wie ich es ja im Interview im Herbst letzten Jahres prognostiziert habe. „Corona-Burnout“ ist inzwischen ein gesellschaftlich relevanter Prozess, der viele psychische Dekompensationen zur Folge hat: neben Angsterkrankungen und Suchtentwicklungen natürlich depressive Störungen auch mit schweren Verläufen bis zum Suizid. Das darf nicht übersehen werden und braucht eine gesellschaftliche Würdigung und Aufmerksamkeit.

Ich habe bereits mit einer Gruppe psychosomatischer Chefärzte 2010 (Aufruf zur psychosozialen Lage in Deutschland) und erneut 2016 (Aufruf zum Leben) in 2 Aufrufen auf die seelische Überforderung unserer Gesellschaft hingewiesen und zu einem gesellschaftlichen Dialog aufgefordert.

Der erste Aufruf endete mit dem Worten: „Wir brauchen mehr Herz für die Menschen“.

Der zweite endete mit den Worten: „Lasst uns in Würde zusammenleben.“

Dies war wohl prophetisch, denn es ist wichtiger denn je.

Wenn ein großer Teil der Menschen mehr Zeit und Entschleunigung für sich aus Corona mitnimmt, ist dies sicher ein Gewinn, der natürlich den gesellschaftlichen Druck widerspiegelt, unter dem bewusst oder unbewusst ein großer Teil unseres Lebens vor Corona „gelitten“ hat. Das zunehmende Ausmaß psychischer Belastungen und die Abnahme sozialer Unterstützungssysteme vor Corona ist abgelöst worden durch die Corona-bedingten Ängste, Stress-Situationen und Vereinsamungen mangels ausreichendem Social Support (statt Social Distancing).

Ein Teil der Gesellschaft genießt sicher die erzwungene Entschleunigung, Home-Office und „Kurzarbeit“, für einen anderen ebenfalls erheblichen Teil hat sich der eine Stress durch einen anderen abgelöst.

Und wenn wir konstruktiv auf die Zukunft schauen wollen, dann brauchen wir zunächst ein sehr ehrliches nicht verschleierndes und schönredendes Gespräch über unsere Seele, über unser Zusammensein, über die Bedeutung von Begegnung, Freundschaft und die Grundwerte unseres Zusammenlebens. Denn sonst überwinden wir vielleicht das Virus oder lernen mit ihm zu leben, scheitern aber an unserem Leben und werden nicht miteinander glücklich.

Habt euch lieb!

Mit der Botschaft "Habt euch lieb!" möchten die Heiligenfeld Kliniken darauf aufmerksam machen, dass wir in der aktuellen Situation der Corona-Krise Beziehungen, Respekt und Wertschätzung mehr denn je brauchen.

Unsere Resilienz basiert auf unserer Fähigkeit, tragfähige und erfüllte Beziehungen zu entwickeln und zu pflegen. Während physischer Abstand in bestimmten Situationen sinnvoll ist, ist das „social distancing“ begrifflich gesehen katastrophal. Ein wesentlicher – vielleicht sogar der entscheidende Resilienzfaktor – ist dagegen „social support“, also mitmenschliche Unterstützung. Resilienz entsteht durch tragfähige, unterstützende, ehrliche und letztendlich liebevolle Beziehungen. Gelebte Liebe stärkt unser Immun­system, trägt uns im Leben, in existenziellen Notsituationen, hilft uns Krisen zu überstehen, zu heilen und vielleicht sogar in Würde zu sterben. Dabei geht es um mehr als um Kontakte und Aus­tausch in sozialen Medien, sondern um die persönliche Begegnung von Menschen, die sich wert­schätzen, achten und bereit sind zu unterstützen. Unsere Familie und unsere Eltern brauchen Un­terstützung, wir brauchen unsere Freunde, um uns gegenseitig zu balancieren und zu regulieren, aber auch, um miteinander glücklich zu sein und das Leben zu feiern. Wir sind herausgefordert zu sozialer Verantwortung, aber auch zu sozialer Reife und dem Respekt gegenüber Menschen, die eine andere Meinung haben als wir.

Deshalb möchten wir dazu aufrufen, trotz Abstand in Kontakt zu bleiben und einander Liebe und Wertschätzung zu schenken.

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Privat Versicherte

Gesetzlich Versicherte

Herausforderungen der Corona-Krise

Möchten Sie sich weiter zu dem Thema Corona-Burnout informieren?

Wir haben eine Sammlung von Videos und Podcasts aus den Heiligenfeld Kliniken zusammengestellt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Zum Beispiel spricht Dr. Joachim Galuska, Gründer der Heiligenfeld Kliniken, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Psychiatrie in einem Interview über seine Besorgnis hinsichtlich der psychischen und psychosomatischen Folgen der Corona-Pandemie.

In einem Podcast spricht Psychologin Dr. Petra Kingsbury (Heiligenfeld Klinik Waldmünchen) darüber, vor welche Herausforderungen uns die Corona-Krise stellt und wie wir sie bewältigen können.

Hier geht es zu den Videos und Podcasts

 

 

Wir sind für Sie da

Klinikstatus / Kostenerklärung / Antragstellung
Unsere Krankenhäuser unterscheiden sich unter anderem in Bezug auf die jeweils zuständigen Kostenträger. Einen ersten Überblick, welche Klinik gemäß Ihrem Versicherungsstatus passend wäre, finden Sie nachfolgend:

Kostenträger Private Krankenversicherung (im Volltarif), Beihilfe (in Verbindung mit einer Privaten Krankenversicherung) und Selbstzahler*innen:
Parkklinik Heiligenfeld Bad Kissingen
Heiligenfeld Klinik Berlin
Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

Kostenträger Gesetzliche Krankenkasse:
Fachklinik Heiligenfeld Bad Kissingen
Heiligenfeld Klinik Uffenheim
Heiligenfeld Klinik Waldmünchen


Bei allen Fragen rund um das Aufnahmeverfahren beraten Sie unsere Teams im Aufnahmemanagement (Kontakt s. u.). Wir sind für Sie da und unterstützen Sie individuell auf
Grundlage Ihres Versicherungsverhältnisses bei der Wahl der geeigneten Klinik.

Montag - Donnerstag 07:30 - 18:00 Uhr
Freitag 07:30 - 15:00 Uhr

Kontakt | Zentrales Aufnahmemanagement
Bad Kissingen, Berlin und Uffenheim

Privatversicherte/Selbstzahler*innen:
Tel. 0971 84-4444
info@heiligenfeld.de

Gesetzlich Versicherte:
Tel. 0971 84-0
info@heiligenfeld.de

Kontakt | Aufnahmemanagement
Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

Montag - Donnerstag 08:00 - 16:30 Uhr
Freitag 08:00 - 14:00 Uhr
Tel. 09972 308-0
waldmuenchen@heiligenfeld.de

Übersicht der Heiligenfeld Kliniken

  • Parkklinik Heiligenfeld • Bad Kissingen

    Privatklinik für psychische und psychosomatische Erkrankungen
  • Fachklinik Heiligenfeld • Bad Kissingen

    Fachkrankenhaus für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Heiligenfeld Klinik Berlin

    Privatklinik und Tagesklinik für psychische und psychosomatische Erkrankungen
  • Heiligenfeld Klinik Uffenheim

    Fachkrankenhaus für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

    Fachkrankenhaus für Familien, Eltern, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Psychosomatischen Behandlung

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