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Wer bin ich? – Raus aus der Identitätskrise

Frau in grauem Kleid hockt auf Betonfläche neben schwarzer Tasche.

Wer bin ich eigentlich? Diese Frage begleitet uns Menschen durch unser gesamtes Leben. Die Einen können sie sofort beantworten, andere schwer oder gar nicht. Auch wenn sich die Antwort auf diese scheinbar leichte Frage im Verlauf des Lebens ändern kann: Wer mit der Beantwortung große Probleme hat, könnte mitten in einer Identitätskrise stecken.

Was ist eine Identitätskrise?

Als Identitätskrise wird allgemein ein Zustand bezeichnet, in dem Menschen ihre Identität und ihre damit verbundenen Werte und Ziele grundlegend hinterfragen. Obwohl Veränderungen in dieser Hinsicht vollkommen normal sind, ist die Identitätskrise geprägt von einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem eigenen Charakter und einem damit möglicherweise einhergehenden Identitätsverlust. Ein solcher Zustand birgt eine große Unsicherheit und kann zu mentaler Instabilität führen und die Entwicklung einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Abhängigkeitserkrankungen  begünstigen.

Was sind die Auslöser einer Identitätskrise?

Die eigene Identität entwickelt sich von der Geburt an kontinuierlich weiter und wird durch individuelle Erfahrungen, Freundschaften und die Familie geprägt. Aufgrund dieser Individualität der Einflussfaktoren gibt es eine Vielzahl von Auslösern, die eine Identitätskrise verursachen können. Oftmals sind jedoch Umbruchsphasen im Leben der Betroffenen dafür verantwortlich, das bisherige Leben und die eigene bisherige Identität zu hinterfragen. Die Erkrankung einer nahestehenden Person, eine Scheidung oder eine Hochzeit, die Geburt und der Auszug der eigenen Kinder, eine Kündigung oder andere einschneidende Veränderungen im Leben können hier als Beispiel genannt werden. Manchmal reicht auch ein als traumatisch empfundenes Erlebnis aus, um die Grundfesten der eigenen Identität zu erschüttern und in Frage zu stellen.

In diesem Kontext spielt auch die eigene Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Besonders Menschen, die eine geringere Resilienz aufweisen, weniger Selbstvertrauen besitzen und generell unzufrieden mit ihrem derzeitigen Leben sind, sind anfälliger für derartige Sinnkrisen.

Bild: Identitätskrise (Grafik einer Frau, die sich die Frage stellt wer sie eigentlich ist.

Welche Anzeichen gibt es?

So individuell wie die Ursachen einer Identitätskrise sind, so vielfältig können sich auch die Anzeichen dafür zeigen. Die häufigsten Symptome einer Identitätskrise können sein:

  • Antriebslosigkeit und Resignation (Mutlosigkeit)
  • Stimmungsschwankungen
  • Lustlosigkeit
  • Rückzug und Isolation von sozialen Kontakten
  • Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit
 

Neben psychischen gibt es auch körperliche Symptome, die auf eine laufende Identitätskrise hinweisen können:

  • Magen-, Darm- und Wirbelsäulenbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
 

Wege aus der Identitätskrise

Befindet man sich in einer Identitätskrise, kann es sehr hilfreich sein, mit anderen Personen darüber zu sprechen. Dies können Freunde, Eltern oder Bekannte sein. Vielen Menschen hilft es jedoch, mit einer eher fremden bzw. externen Person über ihre Gefühle zu reden. Spätestens, wenn die Identitätskrise mehrere Wochen andauert und in zunehmend depressive Phasen mündet, sollten Betroffene unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Innerhalb einer Therapie erhalten Betroffene jegliche Unterstützung, um diese Krise zu überwinden. Es geht darum, die verspürte Leere zu füllen, die eigene Situation zu reflektieren, sich damit auseinanderzusetzen und loszulassen, um schließlich etwas Neues aufzubauen. Ziel ist es, eine neue Perspektive aufzuzeigen und aktuelle Umbruchsituationen nicht als Verlust der Identität, sondern als Chancen zur Weiterentwicklung zu betrachten.

In den Heiligenfeld Kliniken stehen den Betroffenen innerhalb der Therapie kreativtherapeutische Angebote zur Verfügung, wie beispielsweise Tanztherapie, die Heilkraft der Stimme oder die Aggressionsgruppe. Zudem können sich Patientinnen und Patienten in selbst gegründeten Patientengruppen ausprobieren oder Ämter übernehmen, wie zum Beispiel das Amt des Patientensprechers. Die Patienten werden dabei unterstützt, ihre Therapieziele selbst zu benennen, um gemeinsam auf diese Ziele hinzuarbeiten.

Zuletzt aktualisiert am 10.04.2024

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Kathrin Schmitt
Kathrin Schmitt ist Kommunikationsmanagerin und für verschiedene Kommunikationsprojekte und das komplette Content Management verantwortlich. Schreiben gehört zu ihren größten Leidenschaften.
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Kathrin Schmitt
Kathrin Schmitt ist Kommunikationsmanagerin und für verschiedene Kommunikationsprojekte und das komplette Content Management verantwortlich. Schreiben gehört zu ihren größten Leidenschaften.

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