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Persönlichkeitsstörungen

Symptome und Ursachen

Den Begriff „Burnout“ haben vermutlich die allermeisten schon einmal gehört. Doch was genau versteht man darunter? Ist ein Burnout eine „echte“ Erkrankung? Und wer ist davon am häufigsten betroffen? Viele Menschen haben, wenn sie an Burnout denken, den überarbeiteten Manager vor Augen, der vollkommen gestresst ist und kurz vor dem Zusammenbruch steht. Oder Menschen aus sozialen Berufen, die sich ganz in die intensive Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten hineingeben und sich darüber selbst vergessen. Dieses Bild ist zwar nicht falsch, bildet jedoch längst nicht die ganze Wahrheit ab. Denn: Den Zustand vollkommener körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung, der einen Burnout letztlich kennzeichnet, können alle Menschen erleben, wenn die Belastungen zu hoch werden und kein Ausgleich möglich ist.

Betroffene fühlen sich zunehmend getrieben und verlieren den Kontakt zu sich selbst. Typischerweise treten am Anfang körperliche Symptome auf, wie Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herzrasen, die vielleicht eine körperliche Erkrankung vermuten lassen. Doch die Ursache ist eine andere.

Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

ca. 0 %

Anteil der Bevölkerung mit einer Persönlichkeitsstörung.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für weitere psychische Erkrankungen.

Welche Persönlichkeitsstörungen gibt es?

Die Persönlichkeit eines Menschen ist höchst individuell, und auch Störungen dieser Persönlichkeit sind nur begrenzt „in Schubladen“ einzuordnen. In den letzten Jahrzehnten wurden zehn verschiedene Formen von Persönlichkeitsstörungen unterschieden, die nachfolgend kurz beschrieben werden. Gleichzeitig ist dieses Konzept bereits überholt. Die Neuauflage des ICD (engl. International Classification of Diseases (Kapitel VI, 11. Auflage) – Internationale Klassifikation psychischer Erkrankungen, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation) distanziert sich von der sog. kategorialen Diagnostik und legt stattdessen dimensionale Kriterien für die Feststellung einer Persönlichkeitsstörung und deren Schweregrad fest.

Zu den (bisherigen) Persönlichkeitsstörungen zählen:

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Hier dominiert ein Erleben von Großartigkeit und eigener Bedeutsamkeit. Betroffene erwarten Bewunderung und eine Vorzugsbehandlung. Andere Menschen werden häufig für eigene Zwecke instrumentalisiert und ausgebeutet. Das Selbstwertgefühl ist häufig fragil, Betroffene sind leicht kränkbar und beschämt.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Die Hauptkennzeichen sind ein übertriebenes Bedürfnis nach Ordnung, die strenge Beachtung von Regeln und Normen, das Streben nach Perfektionismus und ständiger Kontrolle. Pedanterie und das Zurückstellen genussvoller Aktivitäten hinter einem „Ich muss!“ sind häufig zu beobachten.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Es findet sich eine übertriebene Emotionalität, begleitet von theatralischem Verhalten und dem ständigen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Gleichzeitig sind Betroffene leicht kränkbar und reagieren übertrieben sensibel.

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Im Vordergrund steht eine massive Störung der Affektregulation und der Impulskontrolle. Es findet sich eine rasche Erregbarkeit, oftmals ein „Chaos“ widerstreitender Gefühle und extreme Anspannungszustände, denen Betroffene häufig durch schädliche Verhaltensweisen begegnen (z. B. Selbstverletzung, süchtiges Verhalten oder das Aufsuchen von Extremerfahrungen). Man unterscheidet zwischen einem impulsiven und einem Borderline-Typ.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Als Hauptsymptome finden sich verantwortungsloses und antisoziales Verhalten, fehlende Empathiefähigkeit sowie eine geringe Frustrationstoleranz mit der Neigung zur Gewalt. Angstempfinden und Schuldbewusstsein sind deutlich eingeschränkt.

Schizotype Persönlichkeitsstörung

Diese Form der Persönlichkeitsstörung lässt Ähnlichkeiten zu Symptomen der Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen erkennen: abnormes, teilweise exzentrisches Verhalten, merkwürdiges Denken sowie häufig auch paranoide Ideen, die zu deutlichen Rückzugstendenzen und sozialer Ängstlichkeit führen können.

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Betroffene zeigen ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, deren Handlungen sie argwöhnisch als gegen sich gerichtet missdeuten, reagieren übertrieben empfindlich auf Zurücksetzung und beharren rigide auf ihrem eigenen Recht. Sie neigen zur Streitsucht und Selbstbezogenheit.Es kommt zu regelmäßigen Essanfällen ohne nachfolgende Maßnahmen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Betroffene neigen entsprechend zu Übergewicht/Adipositas.

Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung

Im Vordergrund stehen anhaltende Besorgtheit und Anspannung, ein Gefühl der Minderwertigkeit bei gleichzeitiger starker Sehnsucht nach Anerkennung, eine massive Angst vor Zurückweisung und deutlich erhöhte Empfindsamkeit gegenüber Kritik.

Abhängige Persönlichkeitsstörung

Betroffene erleben sich selbst als unfähig und inkompetent, brauchen stets Unterstützung und überlassen Entscheidungen und Verantwortungen anderen Menschen in ihrem Umfeld. Ausgeprägt ist die Angst vor dem Verlassenwerden; darüber hinaus neigen Betroffene allzu leicht dazu, eigene Bedürfnisse und Wünsche zurückzustellen.

Welche Ursachen können Persönlichkeitsstörungen haben?

Integrative Perspektiven auf Persönlichkeitsstörungen

Je nach psychotherapeutischer Fachrichtung wird die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen unterschiedlich erklärt. Während die tiefenpsychologische Sichtweise frühe Beziehungserfahrungen als besonders relevant ansieht, richtet die Verhaltenstherapie ihren Fokus stärker auf verzerrte Kognitionen und Grundannahmen. Mehr und mehr setzen sich daneben integrative Sichtweisen durch, sozusagen im Sinne eines „sowohl als auch“: prägende Erfahrungen, genetische Faktoren und typische Denkmuster werden gemeinsam betrachtet, um die Entstehung einer Persönlichkeitsstörung möglichst vollständig zu erklären.

Persönlichkeitsstörungen als Beziehungsstörung

Wir verstehen Persönlichkeitsstörungen in erster Linie als Beziehungsstörungen. Die starren Denk-, Erlebens- und Verhaltensmuster, die den Betroffenen im „Hier und Heute“ Schwierigkeiten bereiten, haben ihren Ursprung oftmals bereits in deren Kindheit oder Jugend. Damals handelte es sich häufig um eine Anpassung an extrem herausfordernde oder bedrohliche Lebensumstände.

Wie werden Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert?

Wie oben bereits erwähnt, erfährt das Konzept der Persönlichkeitsstörungen und damit auch deren Diagnostik zur Zeit eine grundlegende Änderung. Gleichwohl bleibt weiterhin gültig, dass für eine valide Diagnosestellung möglichst umfassende Informationen über die zu untersuchende Person und deren typischen Denk-, Erlebens- und Verhaltensweisen erfasst werden sollten. Häufig spielen hier auch Schilderungen von Dritten im Rahmen der Fremdanamnese eine wichtige Rolle, also bspw., wie der Partner oder die Partnerin den Betroffenen oder die Betroffene im Kontakt erlebt. Fragebogen und standardisierte klinische Interviews können genutzt werden, um den Diagnoseprozess zu objektivieren.

Persönlichkeitsstörungen behandeln

In unseren Kliniken bieten wir Menschen mit Persönlichkeitsstörungen einen idealen Rahmen zur Reflexion und Veränderung. Es geht vor allem darum, neue Fähigkeiten zu entwickeln, mit denen zwischenmenschliche Bedürfnisse funktionaler mitgeteilt und befriedigt werden können. In der therapeutischen Gemeinschaft als Herzstück unseres Behandlungskonzepts bieten wir Betroffenen die Möglichkeit, in der Interaktion mit anderen ihren Handlungsspielraum zu erweitern – behutsam begleitet, in einer vertrauensvollen Atmosphäre.

Wir sind für Sie da!

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