Kontakt

Impulskontrollstörungen

Symptome und Ursachen

Bei den Impulskontrollstörungen handelt es sich um Verhaltensauffälligkeiten, die aus einem nicht zurückhalt- bzw. kontrollierbaren Drang oder Impuls heraus entstehen. Wird dem Impuls nachgegeben, stellt sich ein Gefühl der Euphorie oder der Erleichterung ein, und das obwohl die Betroffenen sich selbst oder anderen durch ihr Verhalten Schaden zufügen.

Welche Impulskontrollstörungen werden unterschieden?

Zu den Impulskontrollstörungen gehören:

Pathologisches Glücksspiel

Betroffene erleben einen nicht widerstehbaren Drang zum Glücksspiel. Während der Spielens stellt sich ein Gefühl der Euphorie und Selbstwerterhöhung ein. Spielen bekommt mehr und mehr einen Suchtcharakter, einhergehend mit Kontrollverlust und der Unfähigkeit, auch nach dem Verlust hoher Geldsummen damit aufzuhören. Kriminelle Handlungen zur Geldbeschaffung können genauso die Folge sein wie massive berufliche, private und zwischenmenschliche Probleme.

Pathologische Brandstiftung (Pyromanie)

Es besteht ein unwiderstehlicher Drang zum Feuerlegen, resultierend in versuchter oder vollendeter Brandstiftung. Die massive Anspannung und Unruhe im Vorfeld weicht nach dem Legen eines Feuers einer starken Lust und Entspannung.

Pathologisches Stehlen (Kleptomanie)

Betroffene verspüren den nicht kontrollierbaren Drang, Dinge zu stehlen, ohne dass sie diese persönlich gebrauchen könnten. Stattdessen werden die gestohlenen Gegenstände nach dem Diebstahl entsorgt, weggegeben oder gehortet.

Trichotillomanie

Ausreißen der Haare, einhergehend mit einer massiven Anspannung im Vorfeld und einer deutlichen Erleichterung und Befriedigung danach.

Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

Auch hier findet sich ein unwiderstehlicher Drang und Impuls, ein bestimmtes pathologisches Verhalten immer wieder auszuführen. Dazu zählen Internet-Sucht, Pornographie-Sucht oder Störung der Impulskontrolle mit intermittierend auftretender Explosivität (d. h. phasenweise auftretende Episoden aggressiven Verhaltens und Kontrollverlusts, einhergehend mit Gewalttätigkeiten und/oder Zerstörung von Gegenständen).

Symptome einer Impulskontrollstörung

Die gerade beschriebenen Formen von Impulskontrollstörungen gehen mit einer Reihe weiteren Symptome einher. 
Dazu zählen:

Stimmungsschwankungen:
Betroffene zeigen oft extreme Schwankungen in ihrer Stimmung, die von Euphorie zu tiefer Traurigkeit reichen können.
Geringe Frustrationstoleranz:
Eine niedrige Schwelle für Frustration und Ungeduld ist typisch. Betroffene können schon bei kleinen Rückschlägen oder Verzögerungen gereizt reagieren.
Rückzug von sozialen Aktivitäten:
Menschen mit Impulskontrollstörungen neigen dazu, sich von sozialen Interaktionen zurückzuziehen, was zu Isolation und Einsamkeit führen kann.
Probleme im zwischenmenschlichen Bereich:
Schwierigkeiten, stabile und gesunde Beziehungen aufrechtzuerhalten, sind häufig. Konflikte und Missverständnisse treten vermehrt auf.
Gefühl der Scham oder Schuld:
Nach impulsiven Handlungen empfinden Betroffene oft auch starke Scham- oder Schuldgefühle, was die emotionale Belastung weiter erhöht.

Impulse steuern für ein stabiles Leben

Die Kombination der Symptome macht es für Betroffene schwierig, ein normales und erfülltes Leben zu führen. Therapeutische Ansätze wie kognitive Verhaltenstherapie, Medikation und Unterstützung durch Selbsthilfegruppen können helfen, die Kontrolle über impulsives Verhalten zurückzugewinnen und die Lebensqualität zu verbessern. Durch gezielte Behandlung können Betroffene lernen, ihre Impulse besser zu steuern und ein stabileres, zufriedeneres Leben zu führen.

Wie kann man eine Impulskontrollstörung erkennen?

Eine Impulskontrollstörung zu erkennen kann schwierig sein, da die Symptome variieren und oft mit anderen psychischen Störungen überlappen. Dennoch gibt es bestimmte Merkmale und Verhaltensweisen, die auf eine solche Störung hinweisen können. Im Folgenden werden die wichtigsten Anzeichen und diagnostischen Kriterien beschrieben.

Hauptmerkmale einer Impulskontrollstörung

Unfähigkeit, Impulse zu kontrollieren:
Ein zentrales Merkmal ist die Unfähigkeit, einem starken Drang oder Impuls zu widerstehen, selbst wenn dies negative Folgen hat.
Vorhandensein eines Spannungszustands:
Vor der impulsiven Handlung erleben Betroffene oft einen intensiven Spannungszustand oder Erregung.
Gefühl der Erleichterung oder Befriedigung
nach der Handlung:
Nach der impulsiven Handlung tritt häufig ein Gefühl der Erleichterung, Befriedigung oder sogar Freude auf.
Scham oder Schuldgefühle:
Trotz des anfänglichen Gefühls der Erleichterung empfinden viele Betroffene im Nachhinein Scham oder Schuld über ihr Verhalten.

Mögliche Ursachen einer Impulskontrollstörung

Die Ursachen für Impulskontrollstörungen sind vielfältig und oft komplex. Wie bei den meisten psychischen Störungen wird von einem Zusammenspiel biologischer, psychologischer und Umweltfaktoren ausgegangen.

Genetische Faktoren

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass genetische Veranlagungen eine Rolle spielen können. In Familienanamnesen zeigen sich Häufungen von Impulskontrollstörungen oder verwandten psychischen Störungen wie AD(H)S oder Depressionen.

Neurobiologische Faktoren

Anomalien in der Hirnstruktur und -funktion, insbesondere im präfrontalen Kortex, der für die Impulskontrolle zuständig ist, können eine Rolle spielen. Auch Neurotransmitter-Ungleichgewichte, insbesondere in den Dopamin- und Serotonin-Systemen, werden mit Impulskontrollstörungen in Verbindung gebracht.

Frühe Kindheitserfahrungen

Traumatische Erlebnisse in der Kindheit, wie Missbrauch oder Vernachlässigung, können die Entwicklung von Impulskontrollstörungen begünstigen. Solche Erlebnisse können das emotionale und soziale Entwicklungspotenzial eines Kindes beeinträchtigen.

Persönlichkeitsfaktoren

Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie hohe Impulsivität, geringe Frustrationstoleranz oder eine Neigung zu risikoreichem Verhalten, können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Impulskontrollstörung zu entwickeln.

Soziale und kulturelle Einflüsse

Ein instabiles soziales Umfeld, sozialer Stress oder ein Mangel an positiven Vorbildern können zur Entwicklung von Impulskontrollstörungen beitragen. Gesellschaftliche Normen und Werte, die impulsives Verhalten tolerieren oder sogar fördern, können ebenfalls eine Rolle spielen.

Erziehungsstil

Ein inkonsistenter oder nachlässiger Erziehungsstil, bei dem Regeln und Konsequenzen unklar oder unbeständig sind, kann zu Problemen bei der Impulskontrolle führen. Auch übermäßige Strenge und Strafen können negative Auswirkungen haben.

Andere psychische Störungen

Impulskontrollstörungen treten häufig gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auf, wie AD(H)S, bipolare Störungen, Angststörungen oder Substanzmissbrauch. Diese komorbiden Zustände können die Impulskontrolle weiter beeinträchtigen..

Suchterkrankungen

Der Missbrauch von Drogen oder Alkohol kann Impulskontrollprobleme verschlimmern oder auslösen. Substanzen wie Alkohol, Drogen oder auch Nikotin beeinflussen die Hirnfunktion und können die Wahrscheinlichkeit für Impulskontrollstörung erhöhen.

Impulskontrollstörung behandeln

In unseren Heiligenfeld Kliniken behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Impulskontrollstörungen. Unser therapeutisches Konzept basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Psychosomatik und betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit. Dabei arbeiten wir leitlinienorientiert und ganzheitlich und unterstützen Sie bei Ihrem Heilungsprozess.

Wir sind für Sie da!

Unser Patientenservice Aufnahme beantwortet Ihre Fragen. Rufen Sie uns an unter folgender Telefonnummer:

Montag bis Donnerstag: 08:00 Uhr – 17:00 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr – 14:30 Uhr

Fordern Sie jetzt Ihr individuelles Aufnahmepaket an!