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Burnout

Symptome und Ursachen

Den Begriff „Burnout“ haben vermutlich die allermeisten schon einmal gehört. Doch was genau versteht man darunter? Ist ein Burnout eine „echte“ Erkrankung? Und wer ist davon am häufigsten betroffen? Viele Menschen haben, wenn sie an Burnout denken, den überarbeiteten Manager vor Augen, der vollkommen gestresst ist und kurz vor dem Zusammenbruch steht. Oder Menschen aus sozialen Berufen, die sich ganz in die intensive Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten hineingeben und sich darüber selbst vergessen. Dieses Bild ist zwar nicht falsch, bildet jedoch längst nicht die ganze Wahrheit ab. Denn: Den Zustand vollkommener körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung, der einen Burnout letztlich kennzeichnet, können alle Menschen erleben, wenn die Belastungen zu hoch werden und kein Ausgleich möglich ist.

Betroffene fühlen sich zunehmend getrieben und verlieren den Kontakt zu sich selbst. Typischerweise treten am Anfang körperliche Symptome auf, wie Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herzrasen, die vielleicht eine körperliche Erkrankung vermuten lassen. Doch die Ursache ist eine andere.

Besonders betroffen sind Berufstätige mit einem hohen Maß an sozialer Interaktion.

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So stark ist die Arbeitsunfähigkeit durch Burnout in den letzten zehn Jahren gestiegen.

In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für psychische Belastungen deutlich zugenommen.

Wie definiert man „Burnout"?

Dr. Joachim Galuska

Laut des Gründers und ehemaligen Ärztlichen Direktors unserer Heiligenfeld Kliniken, Dr. Joachim Galuska, ist Burnout selbst keine diagnostizierbare Erkrankung, sondern ein – manchmal jahrelanger – Prozess, der in Phasen verläuft und letztlich zu einer psychischen Erkrankung führt. In der letzten Stufe des Burnout-Prozesses bricht die Leistungsfähigkeit der Betroffenen komplett zusammen. Meist treten dann typische Burnout-Symptome auf. Das Spektrum dafür ist groß und reicht von Rücken- oder Kopfschmerzen bis hin zu Panikattacken. Am weitaus häufigsten sind Depressionen oder Suchterkrankungen.

Das Phasenmodell von Herbert Freudenberger und Gail North (1992) verdeutlicht den Burnout-Prozess auf anschauliche Weise. Die hier beschriebenen zwölf Stadien zeigen die exemplarische Entwicklung, von der Überaktivität hin zum reduzierten Engagement, dann zum Abbau von Leistungsfähigkeit und schließlich zu Verzweiflung und Depression. Burnout und Depression sind somit nicht gleichzusetzen, jedoch kann das eine aus dem anderen resultieren.

Symptome eines Burnouts

Ein Burnout-Prozess beginnt, wenn das Gleichgewicht zwischen psychischen und körperlichen Belastungs- und Regenerationsphasen längerfristig gestört ist. Anders als gemeinhin gedacht tritt ein Burnout dabei nicht nur im beruflichen Kontext auf, sondern kann auch private Ursachen haben. Wenn die Belastungen über lange Zeit zu hoch sind und ein Ausgleich fehlt, treten Warnzeichen auf, die man ernst nehmen sollte.

Typische Burnout-Anzeichen sind unter anderem

Burnout-Anzeichen auf körperlicher Ebene

Burnout-Anzeichen im emotionalen Bereich​

Burnout-Anzeichen im Bereich des Denkens

Burnout-Anzeichen im Bereich des Verhaltens

Es handelt sich hierbei um teils sehr unspezifische Symptome, und die Auflistung ist längst nicht vollständig. Letztlich gilt: Je mehr Beschwerden gleichzeitig auftreten, und je eher eine Verbindung zu beruflichen oder privaten Belastungen hergestellt werden kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Burnout-Entwicklung betroffen zu sein.

Was tun bei Burnout-Symptomen?

Wer mehrere der oben genannten Symptome bei sich feststellt, sollte diese nicht ignorieren! Auch wenn viele Beschwerden unspezifisch sind und ganz unterschiedliche Ursachen haben können, ist es wichtig, sie ernst zu nehmen. Wie gerade beschrieben, handelt es sich bei den Symptomen um Anzeichen dafür, dass die Balance zwischen Anstrengung und Erholung nicht mehr gegeben ist. Die Beschwerden anzuerkennen und ehrlich zu sich selbst zu sein bedeutet, die aktuellen Belastungen als solche wahrzunehmen und sich einzugestehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ein Gespräch mit einer fachkundigen Person, am besten mit einem Psychotherapeuten bzw. einer Psychotherapeutin, aber natürlich auch mit dem Hausarzt bzw. der Hausärztin, ist der erste Schritt, um der Burnout-Spirale zu entkommen.“

Picture of Sven Steffes-Holländer

Sven Steffes-Holländer

Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken und Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin

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Sven Steffes-Holländer

Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken und Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin

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Ursachen eines Burnouts

Die Zunahme psychischer Belastungen und damit auch psychischer Burnout-Folgeerkrankungen hat sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Ursachen.

Individuelle Ursachen für eine Burnout-Entwicklung

Viele Menschen streben vorwiegend nach äußeren Werten wie Geld, Macht oder Status, ohne sich die Frage zu stellen: „Was will ich wirklich im Leben?” Sie orientieren sich viel zu wenig an ihren inneren Werten; stattdessen spielen Leistung und Konsum eine große Rolle. In der Folge kommt es zu einer zunehmenden Überforderung und dem Verlust der eigenen Mitte.

Burnout wurde lange Zeit als „Managerkrankheit” diskutiert. Besonders Menschen gelten als gefährdet, die sehr perfektionistisch sind und hohe Erwartungen an sich haben, die ein hohes Maß an Verantwortung tragen oder sich verantwortlich fühlen, die sich etwas beweisen wollen und sehr engagiert sind. Generell kann ein Burnout jedoch jeden treffen, unabhängig von Berufsgruppe, Alter und Geschlecht.

Gesellschaftliche Ursachen für eine Burnout-Entwicklung

In Gesellschaft und Wirtschaft herrschen Erfolgsdruck und Konkurrenzdenken. Viele Menschen definieren ihren Selbstwert über ihre Leistung, ganz im Sinne der Botschaft: „Du kannst alles erreichen, wenn du dich nur genügend anstrengst!” Die Anbindung des Menschen an soziale und gemeinschaftliche Strukturen geht daneben immer mehr verloren. Leistung und Erfolg werden höher geschätzt als (familiäre) Zugehörigkeit. Für viele Menschen gehen diese gesellschaftspolitischen und marktwirtschaftlichen Entwicklungen mit großer Angst und einem zunehmenden Gefühl der Überforderung einher.

Wie wird ein Burnout festgestellt?

Um ein Burnout-Syndrom festzustellen, empfiehlt sich ein ausführliches und offenes Gespräch mit einem Arzt bzw. einer Ärztin oder einem Psychotherapeuten bzw. einer Psychotherapeutin. Darin sollte es um die aktuellen beruflichen und privaten Belastungen genauso gehen wie um die vorhandenen Symptome, die soziale Situation des Betroffenen, seine Ressourcen und Hobbys usw. Je vollständiger die Informationen sind, desto leichter fällt es der Behandlerin bzw. dem Behandler, die richtige Diagnose zu stellen. Ergänzend können auch Fragebogen eingesetzt werden, die in vorstrukturierter Weise eine Einschätzung des individuellen Burnout-Risikos ermöglichen.

Generell gilt: Je früher ein Burnout-Prozess erkannt wird, desto besser. Denn dann können direkt Möglichkeiten der Entlastung und, falls erforderlich, einer speziellen Behandlung besprochen werden.

Burnout behandeln

In unseren Heiligenfeld Kliniken behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Burnout-Folgeerkrankungen. Unser therapeutisches Konzept basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Psychosomatik und betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit. Dabei arbeiten wir leitlinienorientiert und ganzheitlich und unterstützen sie bei ihrem Heilungsprozess.

Wir sind für Sie da!

Unser Patientenservice Aufnahme beantwortet Ihre Fragen. Rufen Sie uns an unter folgender Telefonnummer:

Montag bis Donnerstag: 08:00 Uhr – 17:00 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr – 14:30 Uhr

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