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Angststörungen

Symptome und Ursachen

Angststörungen bilden die größte Gruppe psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung und sind noch häufiger als Depressionen. Etwa 13 Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer Angststörung. Und oft vergehen viele Jahre, bevor sich Betroffene Hilfe suchen, obwohl ihr Alltag durch die Erkrankung massiv beeinträchtigt sein kann.

Angststörungen bilden die größte Gruppe psychischer Erkrankungen

Besonders bei 15 – 29-Jährigen kam es in den letzten zehn Jahren zu einem massiven Anstieg.

Viele Betroffene nehmen aus Scham keine Hilfe in Anspruch, trotz guter Behandlungschancen.

Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist eine psychische Erkrankung. Ihr wesentliches Merkmal ist ein heftiges Erleben von Angst ohne das Vorhandensein einer tatsächlichen Bedrohung. Betroffene spüren die Angst am ganzen Körper und sind manchmal regelrecht davon überflutet; gleichzeitig gibt es von außen betrachtet keinen Grund, dem diese heftige Reaktion angemessen wäre.

Die Komorbidität – also das gleichzeitige Auftreten zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen – ist hoch. Und es gibt verschiedene Arten von Angststörungen, die sich insbesondere in Bezug auf die angstauslösende Situation unterscheiden. Weiter unten finden Sie hierzu zusätzliche Informationen.

Symptome einer Angststörung

Wer an einer Angststörung leidet, kennt die damit verbundenen körperlichen und psychischen Symptome nur zu gut. Angst tritt dann auf, wenn man mit einer Situation konfrontiert ist, die als nicht bewältigbar erscheint. Man hat regelrecht das Gefühl, „in der Falle zu sitzen“, bekommt Herzrasen, fängt an zu schwitzen und der Mund wird trocken. Die Muskeln spannen sich an, bei starken Ängsten manchmal bis zur Erstarrung, und der Aufmerksamkeitsfokus liegt ganz und gar auf der (vermeintlichen) Bedrohung.

Symptome in der Übersicht

Weitere Symptome

Welche Angststörungen gibt es?

In Forschung und Therapie werden folgende Angststörungen unterschieden:

Spezifische Phobien

Die spezifischen Phobien sind gekennzeichnet durch eine klar umgrenzte Angst vor einem bestimmten Ort, einem Objekt oder einer Situation (etwa die Höhenangst, die Flugangst oder die Angst vor Spinnen).

Soziale Phobien

Die soziale Phobie ist die große Angst, sich in der Öffentlichkeit unter den Blicken (und vor allem der Bewertung) anderer Menschen aufzuhalten. Entsprechende Situationen werden soweit als möglich zu meiden versucht.

Panikstörung

Bei der Panikstörung erleben die Betroffenen ein plötzlich auftretendes, heftiges Gefühl der Angst bis hin zur Todesangst. Es handelt sich um wiederkehrende Panikattacken, die oftmals scheinbar aus dem Nichts heraus auftreten. Die Panikattacke geht mit starken körperlichen Reaktionen (Zittern, Herzrasen, Schweißausbruch, …) einher und erreicht ihre maximale Intensität innerhalb kürzester Zeit (ein bis zwei Minuten). Die Agoraphobie – die große Furcht vor öffentlichen Plätzen und Menschenansammlungen – tritt häufig zusammen mit der Panikstörung auf.

Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung ist gekennzeichnet durch anhaltende sorgenvolle Gedanken über alltägliche Dinge sowie durch eine dauerhafte Ängstlichkeit. Die Betroffenen sind angespannt, ihre Gedanken kreisen um verschiedenste Möglichkeiten der Gefahr und des Risikos. Aus der Gedankenspirale auszusteigen, gelingt kaum.

Was sind die Ursachen für eine Angststörung?

Die Entwicklung einer Angsterkrankung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nach heutigem Kenntnisstand spielen genetische bzw. biologische, psychische und soziale Einflüsse eine Rolle.

Einflussfaktoren

Durch Familienuntersuchungen und Zwillingsstudien konnte eine genetische Veranlagung für die Entstehung von Angststörungen nachgewiesen werden. Diese Untersuchungen vergleichen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Angsterkrankungen in der Gesamtbevölkerung mit der Häufigkeit des Auftretens bei Personen, die miteinander verwandt sind.
Für manche Angstreize besitzen wir Menschen eine sog. Preparedness, also eine erhöhte Sensibilität oder Reaktionsbereitschaft. Evolutionär betrachtet war es für unser Überleben sinnvoll, auf manche Situationen oder Begegnungen (große Höhe, wilde Tiere etc.) mit Angst zu reagieren und diese entsprechend zu vermeiden.
Zu den psychosozialen Faktoren gehören biografische Erfahrungen und Lebensereignisse (starker familiärer Stress, frühe Verluste, Vernachlässigung, fehlende Stabilität, unsichere Bezugspersonen, Missbrauchserfahrungen, Unfälle …).

Diese Einflussfaktoren wirken sich auf die Wahrscheinlichkeit aus, eine Angststörung zu entwickeln – sie erhöhen sozusagen das Risiko. Kommt es im Verlauf des späteren Lebens zu zusätzlichen Belastungen und Stress, kann dies zur Entstehung einer Angsterkrankung führen.

Leide ich an einer Angststörung?

Wenn Sie sich in dem oben Beschriebenen wiederfinden und wissen möchten, ob Sie an einer Angststörung leiden, dann nutzen Sie unseren Online-Test. Anhand weniger Fragen liefert er Ihnen eine Einschätzung – anonym und schnell.

Wie wird eine Angststörung diagnostiziert?

Um eine Angsterkrankung festzustellen, ist das Gespräch mit einem Arzt, einer Ärztin oder einer Psychotherapeutin, einem Psychotherapeuten erforderlich. Hier werden Fragen zu den konkreten Beschwerden, zum bisherigen Verlauf und zu den Lebensumständen gestellt. Da Angst ein Gefühl ist, das in den unterschiedlichsten Situationen und aus den verschiedensten Gründen auftreten kann, ist dieser ganzheitliche Blick enorm wichtig. Auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen – etwa einer Depression, einer Zwangsstörung oder einer Persönlichkeitsstörung – können Ängste als Symptom auftreten. Und es braucht für eine verlässliche Diagnose einer Angststörung immer auch den Ausschluss organischer Ursachen. Auch hormonelle Störungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, hirnorganische Störungen oder andere körperliche Beschwerden können Angst auslösen. Eine umfassende Untersuchung ist also wichtig, um die richtige Diagnose zu stellen. Denn nur dann kann die richtige Behandlung begonnen werden.

Angststörungen behandeln

Angststörungen sind gut behandelbar – je früher, desto besser! In unseren Heiligenfeld Kliniken bieten wir Betroffenen ein ganzheitliches Therapiekonzept, das einerseits leitlinienorientiert ist und andererseits gezielt auf die individuellen Themenfelder angepasst werden kann. Oder anders gesagt: Wir behandeln nicht nur Diagnosen, sondern den ganzen Menschen. Egal für welche unserer Kliniken Sie sich entscheiden: Der therapeutische Ansatz basiert auf unserer über 30-jährigen Erfahrung im Bereich der Psychosomatik und Psychotherapie.

Wir sind für Sie da!

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